Was macht ein Tool zu einem echten Benchmark-Tool?
Fast jedes Umfragetool nennt sich heute irgendwo Benchmark-Tool. Meistens bedeutet das: Sie können Ihre Gesamtwerte mit einem Branchendurchschnitt aus der Datenbank des Anbieters vergleichen. Das ist nützlich, aber es ist etwas anderes als Benchmark-Forschung, wie Beratungsunternehmen, Branchenverbände und Forschungsunternehmen sie verstehen.
Bei echter Benchmark-Forschung vergleicht jeder Teilnehmer die eigenen Antworten mit denen ähnlicher Organisationen, und jeder Teilnehmer erhält darüber einen persönlichen Bericht. Der Vergleich ist dann kein Extra für den Auftraggeber, sondern der Kern dessen, was jeder Teilnehmer zurückbekommt. Auf diesen Unterschied müssen Sie achten, wenn Sie Tools vergleichen: Wer bekommt den Vergleich zu sehen, nur Sie oder alle Ihre Teilnehmer?
Kategorie 1: die Umfrageplattformen
SurveyMonkey, Qualtrics, Survalyzer und vergleichbare Plattformen sind in erster Linie Umfragesoftware. Benchmarking bedeutet hier: Ihre Ergebnisse werden mit Branchenzahlen aus der eigenen Datenbank des Anbieters verglichen, zum Beispiel für Mitarbeiterengagement oder Kundenzufriedenheit. SurveyMonkey hat dafür eine eigene Funktion, Qualtrics verkauft es als XM Benchmarks.
Diese Plattformen sind eine gute Wahl, wenn Sie vor allem Umfragen versenden und die Analyse selbst durchführen möchten. Die Einschränkung: Der Teilnehmer erhält nichts zurück außer einer Dankeseite, und der Vergleich basiert auf fremden Daten, nicht auf Ihrer eigenen Teilnehmergruppe.
Kategorie 2: die Assessment-Tools
Pointerpro und Scoreapp sind einen Schritt näher dran: Hier erhält der Teilnehmer durchaus etwas zurück. Bei Pointerpro erstellen Sie selbst ein Assessment oder einen Scan, und jeder Teilnehmer erhält eine automatisch zusammengestellte PDF mit den eigenen Werten. Scoreapp macht dasselbe in einer leichteren Form, als Quiz mit einer Scorecard, vor allem gedacht, um Leads zu sammeln.
Diese Tools sind stark für Marketing-Scans und Selbstbewertungen, die Sie vollständig selbst erstellen und verwalten möchten. Es sind Do-it-yourself-Pakete: Die Qualität von Fragen, Benchmark und Bericht hängt davon ab, was Sie selbst daraus machen, und die Gewinnung von Teilnehmern liegt ganz bei Ihnen.
Kategorie 3: die Benchmark-Tools
Dann die Tools, bei denen Benchmark-Forschung das Hauptprodukt ist. In den Niederlanden sind das genau zwei: Compare2Compete und BenchLab. Beide richten sich an Beratungsunternehmen, Branchenverbände und Franchise-Organisationen, die Teilnehmer miteinander vergleichen möchten.
Die Unterschiede liegen in Ansatz und Preis. Compare2Compete berechnet laut eigener Website mehrere hundert Euro pro Monat, abhängig vom Paket. BenchLab beginnt bei €99 pro Monat, inklusive des persönlichen Berichts pro Befragtem in Ihrem eigenen Corporate Design. Ein zweiter Unterschied: BenchLab lässt sich mit allen großen Umfrageplattformen verbinden. Sie müssen also nicht die Umfrageumgebung wechseln, BenchLab übernimmt die Benchmark und die persönlichen Berichte zusätzlich zu der Umgebung, die Sie bereits nutzen.
So wählen Sie das richtige Tool
Gehen Sie diese vier Fragen durch, und die Auswahl wird von selbst kleiner. Erhält jeder Teilnehmer einen persönlichen Bericht, oder nur Sie ein Gesamtbild? Nur ein Gesamtbild: Wählen Sie eine Umfrageplattform. Soll der Bericht professionell aussehen, im eigenen Corporate Design, ohne dass Sie selbst einen Designer benötigen? Muss sich die Software mit der Umfrageplattform verbinden lassen, die Sie bereits nutzen, damit Sie die Umgebung nicht wechseln müssen? Und zuletzt: Was darf es kosten, einmalig und pro Jahr?
Wer bei allen vier Fragen in Richtung persönlicher Bericht, Corporate Design und Begleitung antwortet, landet bei einem echten Benchmark-Tool. Fordern Sie in diesem Fall immer einen Beispielbericht an, denn dort sehen Sie den Unterschied schneller als in einem Funktionsvergleich.
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